Zukunft der Region Main-Spessart von besonderer Bedeutung
LANGENPROZELTEN. „Die demografische Entwicklung als
Herausforderung für den ländlichen Raum" war das Thema eines
Seminars der Hanns-Seidel-Stiftung, bei dem der Referent, der
JU-Bezirksvorsitzende Steffen E. Vogel, Rechtsanwalt, Politologe
und zweiter Bürgermeister der Marktgemeinde Maroldsweisach deren
mögliche Entwicklung am Beispiel des Landkreises Main-Spessart
erläuterte.
"Die Gesellschaft wird in Zukunft ihr Gesicht verändern“,
betonte der Referent. Nicht nur die Reduzierung der Geburtenrate
auf rund 1,2 Prozent (um den Stand zu halten, werden 2,1 Prozent
benötigt), sondern auch der höherer Anteil an Wegzügen aus dem
Landkreis trägt dazu bei. Auch wenn sich die Einwohnerzahlen für
den Landkreis Main-Spessart von 1970 von 121028 bis zum Jahr 2006
auf 131218 (Zunahme 8,4 Prozent) erhöht haben, ergeben sich für
den Zeitraum von 2003 bis 2005 eine Abnahme um 1161 Einwohner.
Dieser Bevölkerungsrückgang hat Auswirkungen für die Kommunen“,
verdeutlichte er. Das private und öffentliche
Dienstleistungsangebot wird weiter zurückgehen, in den Ortskernen
stehen immer häufiger Häuser leer, öffentliche Gebäude und
Einrichtungen wie Grund- und Hauptschulen, Kindergärten oder
Rathäuser werden nicht mehr benötigt und öffentliche
Versorgungsanlagen wie Wasser und Abwasser sind überdimensioniert.
"Die Kommunen sind gefordert und sollten die Herausforderung
annehmen“, warnte Steffen Vogel. Orte lebens- und liebenswert
erhalten und dadurch eine Verwurzelung und emotionelle
Verbundenheit zu erzeugen ist nur einer der Möglichkeiten. Auch
auf die Senioren und deren Belange eingehen, Familien als
Investitionen zu erkennen, das Bürgerengagement als Chance sehen
sowie eine nachhaltige, generationengerechte Haushaltspolitik zu
verfolgen sind weitere Möglichkeiten.
"Handeln statt jammern“ fordert Steffen Vogel, der sich
vorstellen kann, dass das Ziel einer Gemeinde in Zukunft lautet
„Wir wollen die familienfreundlichste Gemeinde im Landkreis
werden“. Und dazu passt auch das Projekt „Zukunftsregion
Main-Spessart 2008+“, deren Flyer der CSU-Kreisvorsitzende,
Bezirks- und Kreisrat Klaus Bittermann und der
CSU-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Thoma, Anfang August
vorstellten.
Die Vorbereitung dieses Seminars der Hanns-Seidel-Stiftung im
Hotel "Zum letzten Hieb" in Gemünden- Langenprozelten lag in den
Händen von Paul Hufnagel (Hammelburg).

In Anwesenheit des Leiters der Bayerischen Staatkanzlei
Eberhard Sinner (Rechts) stellte Rechtsanwalt, Politologe und
zweiter Bürgermeister der Marktgemeinde Maroldsweisach Steffen E.
Vogel (links) die Besonderheiten des ländlichen Raumes am Beispiel
des Landkreises Main-Spessart vor.
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